Ein Abstecher nach Vancouver Island

Unsere letzte Woche mit unserem Wohnmobil verbrachten wir auf Vancouver Island. Die Insel hat uns sehr gut gefallen, obwohl wir nur einen kleinen Teil gesehen haben. Wir waren Ende September auf der Insel und da war auf den Campingplätzen nicht mehr viel los. Im Sommer und an den verlängerten Wochenenden können wir uns gut vorstellen, dass der eine oder andere Einheimische dem grossen Stadt-Trubel von Vancouver entfliehen möchte.

Auch mit dem Wetter hatten wir Glück, sodass wir einen sehr schönen Abschluss unserer Kanada-Reise geniessen konnten.  

Anreise/Abreise

Man kann von verschiedenen Anlegestellen mit der Fähre auf die Insel gelangen. Wir haben uns für die Hinfahrt für Horseshoe Bay entschieden, da wir beim Rückweg von den Rocky Mountains über Whistler fuhren und dieser Fähre-Terminal am nächsten für uns war.

Von Horseshoe Bay nach Nanaimo dauerte die Überfahrt 1 ½ Stunden und kostete für uns beide mit Wohnmobil 90 Dollar. Die Fähre war sehr modern und es gab auch eine Cafeteria und sogar Wlan. Wir haben nicht reserviert. Man sollte aber an Feiertagen, verlängerten Wochenenden und eventuell bei Ferienstart reservieren. Wir fuhren einfach zur Anlegestelle und warteten auf die nächste Fähre. Je früher man natürlich da ist, desto sicherer ist einem ein Platz auf der Fähre. Ansonsten muss man auf die nächste warten. 

Für die Rückreise wählten wir dann eine andere Anlegestelle weiter unten, damit wir den Weg nicht doppelt fahren mussten. Man kann aber praktisch von jedem Ort aus jede Anlagestelle am Festland erreichen.

Zurück sind wir wieder mit der Fähre von Swartz Bay nach Tsawassen. Das war für uns sehr praktisch, da unsere Camperabgabeort am Festland sehr nahe war.  

Route

Da wir nur eine Woche Zeit hatten und auch langsam genug von langen Strecken haben wir nur den südlichen Teil der Insel besucht, also den unteren Drittel sozusagen. Von Nanaimo fuhren wir einmal quer durch die Insel an die Westküste bis nach Ucluelet und zum Pacific Rim Nationalpark. Danach gings wieder zurück und an der Ostküste entlang über Duncan in den Goldstream Provincial Park.  

Campingplätze

Es gibt einige sehr schöne Campingplätze auf Vancouver Island. Diese beiden haben uns sehr gut gefallen:

 

Rathtrevor Provincial Park

Ein sehr schöner Park direkt am Meer und trotzdem mitten im Wald. Im Sommer und an den langen Wochenenden bestimmt bei Familien sehr beliebt. Bei uns war er aber praktisch leer. Die Stellplätze sind sehr gross und auch die Duschen/WCs sind super. Einziger Nachteil: Die Plätze haben aufgrund der sehr hohen Bäume fast kein Sonnenlicht.

 

Goldstream Provincial Park

Genauso schön wie der oben erwähnte Park, einfach ohne Meer. Aber dafür mit tollen Wanderungen, die direkt beim Park starten. Wir wanderten unter anderem bis zu den ehemaligen Goldgräber Gleisen und auf diesen dann wieder zurück in den Park. Ein kleiner Wasserfall mit Bademöglichkeit findet sich auch direkt beim Park. Bestimmt auch sehr beliebt bei kanadischen Familien. Ausserdem hat es in wenigen Gehminuten einen Pub mit super Wi-Fi und gutem Bier.

 

Leider haben wir auch den schrecklichsten Campingplatz unserer ganzen Reise auf Vancouver Island gefunden:

 

Lost Shoe Campground

Wir kamen leider erst bei Anbruch der Dunkelheit an und konnten so nicht genau erkennen, wo wir unser Wohnmobil da genau abstellen. Sonst wären wir bestimmt nicht dort gelandet. Der Besitzer ist eigentlich nett, er hat uns sogar auf ein Bier eingeladen. Trotzdem fühlten wir uns nicht besonders wohl. Eine Dusche war nicht vorhanden, bzw. war sie am Ende des Parks irgendwo bei vielen Dauercampern versteckt und anscheinend funktionierte sie nicht. So irrten wir also ganz alleine im Dunkeln im Park herum, ausser Dauercamper hatte es nämlich niemanden. Diese waren zum Teil freundlich zum Teil auch angsteinflössend, vor allem wenn sie noch mit Kampfhunde unterwegs sind. Es gab auch keine richtigen Stellplätze. WCs sahen wir nur Dixi-Klos. Wir fühlten uns nicht sehr sicher auf diesem Campingplatz.

Vielleicht in der Hochsaison besser, wenn es mehr Leute auf dem Campingplatz hat. Wir würden aber nicht wieder dort übernachten.  

Kajak Tour

Ein Highlight unserer ganzen Kanadareise war auf jeden Fall die Kajak Tour in Ucluelet. Wir haben uns spontan dazu entschieden und buchten die Nachmittag/Abend Tour mit Majestic Ocean Kayaking. Die Ucluelet Harbor Tour dauerte 3 Stunden und kostete 120 Dollar pro Person.

Das ganze Equipment und Ausrüstung bekamen wir vor Ort. Das heisst: Jacken, Shirt (wenn man nur Baumwolle besitzt), Dry-Bag, Schwimmweste, Wasser und Schuhe. Alles was man für einen Kayak Trip halt so braucht.  

Danach ging es auch schon los und die Grundlangen des Kajakfahrens wurden uns erklärt. Sieht einfach aus, ist aber echt anstrengend! Wir waren eine Gruppe von 8 Personen und 2 Guides. Wir konnten wählen, ob wir lieber ein Zweier- oder ein Einzelkajak fahren wollten. Wir entschieden uns zum Glück für ein Zweierkajak, da es super anstrengend war und auch etwas wacklig. Irgendwann wollen wir aber unbedingt einmal das Einerkajak ausprobieren.

Im Wasser paddelten wir zuerst sehr gemütlich am Hafen entlang und dann direkt am Meeresufer. Der Wald reicht wirklich bis zum Ufer und so konnten wir sogar 2 Schwarzbären beobachten! Das war wirklich super schön, da wir gemütlich im Kajak sitzen konnten und langsam mit dem Schwarzbären mitpaddeln konnten. Von unserem Kajak aus konnten wir ihn in Ruhe beobachten, wie er im Meer nach Fischen und Krebsen suchte. Ein unglaubliches Erlebnis!

Wir sahen auch viele weitere Tiere. Seehunde, Seelöwen, Weisskopfadler und Lachse. Das Tierglück war definitiv auf unserer Seite.  

Nach etwa 1 ½ Stunden gemütlichem mit dem Strom paddeln ging es dann zurück. Der Rückweg war so anstrengend! Erstens hatten wir totalen Gegenwind, dann verdunkelte sich auch langsam der Himmel und mit dem Wind kamen auch die Wellen, die es auch nicht gerade einfacher machten. Perfektes Arm-Workout könnte man also sagen.

Irgendwann hatten wir es dann zum Glück geschafft und wir waren wieder beim Ausgangsort. Es war ein wunderschöner Kajak-Trip und wir würden sofort wieder buchen. Natürlich hatten wir auch einfach Glück, dass wir so viele Tiere sehen konnten. Die Guides waren sehr kompetent und gaben uns immer wieder Tipps zum Paddeln und passten sich unserem Tempo an.  

 

Unser Ausflug zur Vancouver Island war also ein voller Erfolg. Wir würden einen Abstecher zur Insel auf jeden Fall für jeden Kanada-Aufenthalt empfehlen. Man ist in kürzester Zeit weg vom Grossstadttrubel und kann auf der Insel super relaxen und natürlich (wie überall in Kanada) seinen Outdoor-Drang nachgehen.  

Alles Liebe - RoSa

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