Lake Louise & Moraine Lake

Vom Lake Louise und dem Moraine Lake hatten wir schon viel gehört. Beide Seen sollen unglaublich schön sein, umgeben von Bergen und Wäldern. Ausserdem ist die Ortschaft Lake Louise für seinen Wintersport bekannt. Auch in den Reiseführern werden diese Orte angepriesen und wir freuten uns richtig auf den Besuch.

Wir kamen im sehr kleinen Örtchen Lake Louise an. Dieses besteht hauptsächlich aus einer kleinen „Shoppingmall“ (wobei das auch der falsche Ausdruck ist, denn in der Mitte befindet sich einfach ein Parkplatz und rund um diesen Platz gibt es Shops, kleine Cafés und einige Familienrestaurants), einem Campingplatz und vielen Lodges. Wir haben uns schon gefragt, wo denn die Einheimischen wohnen, da wirklich alles mit Ferienwohnungen und Lodges verbaut ist.

Der Ort erinnert uns ein wenig an einen Schweizer Ferienort in den Bergen.  

Campingplatz

Es gibt nur einen Campingplatz in Lake Louise. Wobei das nicht ganz stimmt. Es gibt neben dem normalen Campingplatz auch einen grossen Overflow Parkplatz. Dieser befindet sich direkt am Highway, ein paar Kilometer vom Ort Lake Louise entfernt. Reserviert man keinen Platz im normalen Campingplatz oder kommt sehr spät an, wird man wohl oder übel auf diesem riesigen Parkplatz übernachten müssen.

Wir haben zum Glück reserviert. Der Campingplatz ist riesig und in Powered und Unpowered eingeteilt. Mit unserem Wohnmobil (und den eiskalten Temperaturen) haben wir uns für Powered entschieden. Die Plätze werden geteilt, das heisst man steht immer zu zweit auf einem Stellplatz. WCs hat es genug, nur für Duschen muss man zum Teil ewig laufen. Wir hatten das erste Mal Glück, denn wir zufällig direkt neben den Duschen.

Eigentlich wäre die Umgebung schön, man ist doch von Wäldern umgeben und auch die Berge kann man erkennen. Jedoch fährt direkt neben dem Campingplatz die Zuglinie, welche wegen den Bären auch mitten in der Nacht so laut hupt, dass man aufwacht.

Insgesamt bleibt einem eigentlich keine andere Wahl, ausser man möchte nur kurz an den beiden Seen sein und dann weiter fahren. Das wollten wir nicht und deswegen waren wir insgesamt 3 Nächte auf diesem Campingplatz.  

Lake Louise

Der berühmte Lake Louise! Leider ist das nicht das erste, was einem ins Auge fällt. Bevor man den Lake Louise sieht, fällt sofort der riesige Hotelkomplex direkt am See auf. Wie ein grosses Schloss steht es mächtig in mitten der sonst naturbelassenen Kulisse.

Das zweite was einem auffällt, sind die vielen Touristen. Und wenn wir bis jetzt immer von „vielen“ Touristen gesprochen haben – hier meinen wir es wirklich so! Da man zum Lake Louise mit dem Auto oder Shuttle fahren muss und nicht vom Ort her laufen kann (könnte man theoretisch schon, man wandert einfach eine Weile), ist der Parkplatz schnell überfüllt. Deswegen sollte man früh morgens los oder eher gegen den Abend. Wir fuhren natürlich mittags hinauf und der ganze Parkplatz war voll. Schon von weitem war alles abgesperrt und man konnte nicht einmal zum Parkplatz hinein fahren und auf einen freien warten.

Beim zweiten Anlauf fuhren wir um 7 Uhr los und ergatterten einen Parkplatz. Es nieselte und trotzdem waren die ersten Touristenbusse schon am Start.

Wir waren dann noch ein drittes Mal beim Lake Louise, dann aber in der Nacht, um ein Sternenfoto zu schiessen. Dort hatte es dann praktisch niemanden mehr. Vom Lake Louise sieht man dann natürlich auch nicht so viel :-)

Um den Lake Louise gibt es einige tolle Wanderungen. Wir konnten leider nur eine Wanderung machen, da das Wetter einfach zu schlecht war. Wir wandertet zum Lake Agnes Tea House. In diesem Beitrag erfährst du mehr über diese Wanderung.

 

An sich ist der Lake Louise wirklich ein schöner See. Er ist stahlblau, umgeben von Bergen und wenn man sich nicht umdreht und nur auf den See blickt, kann tatsächlich ein Kanada-Feeling aufkommen. Trotzdem – das riesige Hotel, die vielen Touristen und auch der riesige Parkplatz stört die Idylle schon ein wenig. Es gibt in Kanada so unendlich viele schöne Seen, die mit dem Lake Louise locker mithalten können und bei weitem naturbelassener sind.  

Moraine Lake

Auch der Moraine Lake zählt zu einem der schönsten Seen Kanadas. Auch wir fanden diesen See wirklich schön und er hat uns auch besser gefallen als der Lake Louise. Doch auch der Moraine Lake hat ein Parkplatzproblem – sogar ein noch grösseres. Um zum Moraine Lake zu gelangen fährt man Richtung Lake Louise (See) und muss dann rechts abzweigen, um 14 Kilometer hinauf zu fahren. Leider weist schon unten in der Ortschaft Lake Louise ein grosses Neon-Schild darauf hin, dass der Zugang zum Moraine Lake für Wohnmobile geschlossen ist. Das heisst, wenn man mit einem Wohnmobil oder Camper unterwegs ist so wie wir kann man gar nicht zum Moraine Lake fahren. Die Parkplatzverhältnisse lassen es schlicht weg einfach nicht zu.

Mit einem normalen Auto würde das funktionieren, es stehen aber Verkehrskadetten beim Strassenanfang und lassen nur Autos rauf, wenn zuerst ein Auto hinab fuhr. So können sie sicher sein, dass es immer einen Parkplatz frei hat.

Was macht man also, wenn man nur ein Wohnmobil hat und trotzdem gerne zum Moraine Lake möchte? Es gibt zwei Möglichkeiten:

- Entweder man nimmt den Shuttle (der im Jahr 2017 gratis war, weil Kanada 150 jähriges Jubiläum feierte – wir wissen nicht, ob der normalerweise gratis ist) von der Ortschaft Lake Louise zum Moraine Lake. Dieser fährt von 8 Uhr bis 16 Uhr. Wir haben ihn um 10 Minuten genau verpasst.

- Oder man wartet auf den Dienstschluss. Dieser ist ungefähr um halb 6. Dann darf man mit dem Wohnmobil hinauf fahren, da es dann viel weniger Leute hat und man gut einen Parkplatz findet.

Die Strecke zum Moraine Lake ist 14 Kilometer und ist bekannt dafür, dass man viel Wildlife sieht. Wir haben jedoch kein Tier gesehen.

Auch beim Moraine Lake gibt es tolle Wanderwege, die wir aber aufgrund der Uhrzeit nicht machen konnten. Man muss bei einigen Wanderungen aufpassen, da es je nach Jahreszeit viele Bären gibt. Einige Wege sind sogar abgesperrt oder man darf nur zu viert wandern.

 

Der Moraine Lake hat uns besser gefallen als der Lake Louise. Das Parkplatzproblem hat auch seine gute Seite, denn wenn weniger Platz ist, hat es auch weniger Touristen. Auch am Abend ist der See wunderschön und der Sonnenaufgang oder -untergang muss wunderschön sein. Auch beim Moraine Lake gibt es eine Übernachtungsmöglichkeit (wahrscheinlich unbezahlbar), jedoch in Form von Lodges und versteckt im Wald.  

Insgesamt waren wir eher enttäuscht von diesen berühmten Seen und der kleinen Ortschaft Lake Louise. Alles war so überlaufen (und das nicht einmal in der Hauptsaison), das Kanada-Feeling war nicht unbedingt vorhanden und wir verstehen auch nicht, warum genau diese beiden Seen so berühmt sind, wobei es doch so viele andere, einsamere Seen in den Rocky Mountains gibt. Ein Besuch lohnt sich schon, man sollte aber nicht allzu hohe Erwartungen haben und auch nicht zu viel Zeit einplanen. Bei Sonnenschein wäre das alles vielleicht anders gewesen, trotzdem waren wir froh, dem ganzen Trubel zu entkommen. Am besten hat uns bei unserem Besuch die Wanderung zum Lake Agnes Tea House gefallen.

 

Warst du auch schon mal beim Lake Louise und hast ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder bist du ganz anderer Meinung? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

Alles Liebe - RoSa

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