Drei unvergessliche Abenteuer in Island

Wir sind drei Wochen hier in Island. In diesen drei Wochen haben wir wahnsinnig viel gesehen. Natürlich die Landschaft, die Berge, die Wasserfälle, die unzähligen Klippen und Lavafelder. So viel Vielfältigkeit in einem kleinem Land ist wirklich der Wahnsinn. Wir lieben es hier sehr.

Island ist kein günstiges Pflaster. Es ist zum Teil teurer als in der Schweiz und unser Reisebudget wird manchmal gesprengt. Wir versuchen aber immer, so günstig wie möglich zu reisen. Das heisst, wir kaufen im Supermarkt ein und kochen selbst, wir besuchen weniger Attraktionen, die etwas kosten (sehr viele Sehenswürdigkeiten hier sind sowieso gratis) und wir reisen mit dem Camper. Es gibt aber auch Ausnahmen. Zum Beispiel hat Sarah morgen Geburtstag und da liegt ein Essen (wenn wir denn ein Restaurant mit Vegi-Speisen finden…) natürlich drin!

Auch bei diesen drei Abenteuer haben wir mehr oder weniger tief in die Tasche gegriffen und es hat sich auch gelohnt.  

Gletscher Tour auf dem Vatnajökull Gletscher im Skaftafell Nationalpark

Diese Tour war überhaupt nicht geplant. Wir waren im Skaftafell Nationalpark im Süden von Island. Dieser Nationalpark gehört zum grössten Gletscher in ganz Island. Als wir dort waren, hatte es einige Glacier Walk Häuschen, die alle verschiedene Gletscherwanderungen anboten. Wahllos liefen wir zu einem Häuschen und haben uns über eine Gletschertour informiert. Der Guide riet uns zu einer 4 stündigen Gletscherwanderung, die wir dann auch für den nächsten Tag gebucht haben.

 

Im Nationalpark hat es einen Campingplatz, direkt neben dem Treffpunkt für die Gletschertour am nächsten Tag. Wir übernachteten also dort und am Tag darauf waren wir schon ein wenig nervös, als es dann losging. Wie wird unsere Gruppe sein (wir haben eine Tour gebucht, wo höchstens 8 Personen dabei sind)? Wie wird unser Guide sein und wie anstrengend wird es sein?

Unsere Tour ging um 11 Uhr los und wir mussten kurz vorher dort sein, um die Ausrüstung entgegenzunehmen und anzupassen. Für diese Tour braucht ihr knöchelhohe Wanderschuhe. Falls ihr (wie wir) diese nicht dabei habt, könnt ihr sie einfach dort für 1500 (ca. 14 Franken) mieten. 

Als wir mit Eispickel, Wanderschuhen, Karabiner plus zwei Seilen, Helm, Steigeisen für die Schuhe und einem „Klettergstelltli“. Mit dem Bus sind wir dann ungefähr 5 Minuten zum Gletscher Vatnajökull gefahren. Dort angekommen konnten wir noch mit den normalen Schuhen bis zum Gletscher laufen, dann montierten wir aber die spitzen Steigeisen über die Wanderschuhe, da man sonst auf dem Gletscher keinen Halt findet. Mit den „Spikes“ konnten wir auf dem Eis überall hinauf und hinab wandern.

 

Unser Guide war super. Er kam aus Neuseeland und ist auf der ganzen Welt unterwegs, um Gletschertouren zu machen. Er kannte sich bestens aus, erklärte uns immer wieder etwas über den Gletscher und über Island und führte uns sicher durch die hohen Eisberge. Wir fühlten uns sehr wohl bei ihm. Er gab uns auch immer Anweisungen, zum Beispiel wie wir bei Gletscherspalten vorzugehen haben und wo man besonders vorsichtig sein muss. 

 

An einigen Stellen mussten wir strikt in der Einerkolonne laufen, an anderen mussten wir uns mit den Karabiner sichern. Mit der vier Stunden Tour kamen wir viel weiter, als alle anderen Anbieter und Touren, da unser Anbieter der einzige ist, der so lange Touren macht. Ein grosser Vorteil, da wir an gewissen Stellen ganz alleine waren. 

Es ging also über Gletscherspalten, an Abgründen vorbei, hinauf und hinab. Es hatte einfache Stellen aber auch schwierigere Stellen. Doch überall war die Aussicht fantastisch, da man sich wirklich praktisch im Gletscher befand.

Die vier Stunden gingen wie im Flug vorbei und bald waren wir wieder zurück vom Gletscher und mit dem Bus wieder im Nationalpark.

 

Wie ihr merkt, wir fanden die Tour einfach super! Wir würden sie jedem empfehlen, auch wenn man nicht super sportlich oder so ist, kann man locker mithalten. Es lohnt sich, eine längere Tour zu unternehmen, da man dann viel mehr vom Gletscher sieht und weniger andere Gruppen hat.

Für Personen mit Höhenangst ist diese Tour aber nichts! An vielen Stellen geht es steil bergab und da sollte man schwindelfrei sein. 

Alles in Kürze

Wo: Skaftafell Nationalpark

Anbieter: Icelandic Mountain Guides

Dauer: 4 Stunden, davon 3 ½ auf dem Eis

Preis: 16 900 Kronen (ca. 150 Franken)

Mitnehmen: Warme und bequeme Kleidung, Regenjacke, gute Schuhe (wenn möglich knöchelhoch), evtl. Handschuhe

Das bekommst du vor Ort: Wanderschuhe (Miete), Ausrüstung


Whale Watching in Husavik

In Australien haben wir schon Wale gesehen. Das war ein unglaubliches Erlebnis! Deswegen waren wir uns einig, in Island wieder auf Walbeobachtungstour zu fahren. Husavik ist hier die beste Adresse dafür, da sie als „Walhauptstadt“ von Europa gilt.

 

In Husavik gibt es einige Anbieter, die Whale Watching Touren anbieten. Mit unserem Happy Camper hatten wir bei einem Anbieter 10% und so viel unsere Wahl natürlich darauf.

Auch hier haben wir am Tag dafür die Tour gebucht. Und auch hier haben wir auf dem Campingplatz direkt in Husavik (am Fussballplatz) gecampt. Alles ziemlich unkompliziert. Unser Boot legte um 12.00 Uhr los, 15 Minuten musste man vorher dort sein, um seinen speziellen warmen „Anzug“ zu bekommen. Dieser Ganzkörperanzug sollte warm halten und das tat er wirklich auch. Man sah aus wie Sumoringer aber das war Nebensache. 

Das Wetter war sonnig und so fuhr unser Boot pünktlich aus dem Hafen ins offene Meer. Zuerst freuten wir uns über unseren Platz ganz vorne am Boot. Doch wir merkten schnell, dass dieser Platz nicht der beste war. Die Wellen peitschten am Boot nach oben und wir wurden innerhalb Sekunden mit Salzwasser übergossen. Schnell also nach hinten, wo sich viele Personen drängten, da dies der Platz gegen Seekrankheit ist. Die See war sehr stürmisch. Der Kapitän raste über die Wellen und das kleine Fischerboot mit seinen 45 Insassen schwankte unaufhörlich auf und ab und das Wasser spritze von links und rechts ins Boot. Es war wirklich keine schöne Fahrt.

 

Nach ungefährt 2 Stunden trafen wir auch die ersten Buckelwale. Die sanften Riesen schwammen direkt an unserem Boot vorbei und wir konnten sie hautnah erleben. Das wäre alles wunderbar gewesen, hätte es nicht weiter geschaukelt. Hinten wurde es nämlich immer voller und voller und einige Personen mussten sich auch übergeben. Auch uns wurde ziemlich schlecht und die ca. 1 stündige Fahrt zum Hafen zurück war alles andere als angenehm.

 

Insgesamt hätten wir wohl besser auf die Tour verzichtet. Natürlich haben wir Wale gesehen, aber das Wetter war so stürmisch trotz Sonnenschein, dass wir das gar nicht geniessen konnten. Wir wissen auch nicht, ob man bei diesen Wellen „sanfter“ fahren hätte können… Oder ob wirklich das Wetter an der ganzen Schaukelei Schuld war. Wenn du aber noch nie Wale gesehen hast, ist es schon ein Must-Do, wenn du in Island bist. 

Alles in Kürze

Wo: Husavik

Anbieter: Gentle Giants

Dauer: 3 Stunden

Preis: 10 300 Kronen (mit Happy Campers 10%, ca. 91 Franken)

Mitnehmen: Warme Kleidung, wasserdichte Schuhe, Mütze

Das bekommst du vor Ort: Ganzkörperanzug, Regenüberzug, heisse Schokolade und Zimtschnecke (bei uns leider nicht dank Geschaukel)


Pferdeausritt in Helluland

Das zweite, das wir unbedingt in Island unternehmen wollten war Reiten. Sarah sass noch nie auf einem Pferd (ausser als Kind vielleicht? Kann mich nicht daran erinnern!), Robin ritt in Irland schon einmal. Wir sind beide also richtige Anfänger was das Reiten angeht. Im Norden häufen sich die Reittouren und wir würden schnell fündig.

 

Unsere Tour fand auf einer Pferdefarm statt. Wir buchten nicht in einem Touristeninformationszentrum, sondern fuhren direkt zur Farm. Dort konnten wir ganz unkompliziert die Zeit und Dauer auswählen. Wir buchten für den nächsten Tag eine 1 ½ Stunden Tour.

Wir blieben hier nicht im gleichen Ort bei einem Campingplatz sondern fuhren ungefähr eine halbe Stunde weiter in den Norden zum allerbesten Campingplatz in Grettislaug. Dieser Campingplatz war einfach fantastisch! Mit Hot Pools, direkt am Meer und einem kleinen Café mit Internet hat er (fast) alles was das Herz begehrt (leider keine Duschen!). 

 

Am nächsten Tag waren wir Punkt halb eins in Helluland auf der Farm. Wir wurden sehr herzlich von Mutter und Tochter (leider haben wir den Namen vergessen – sorry!) begrüsst. Die beiden hatten schon Pferde für uns herausgesucht und gesattelt. Nach einer kurzen Einweisung ging es dann schon los.

Wir ritten in einer Reihe über Flüsse, Sümpfe, Hügel, Steine und dünne Wege. Es war so toll, wie schnell man einem Pferd vertrauen kann. Wir hatten beide super Pferde, die sehr brav waren. Wir konnten sogar ein wenig schneller reiten (was wir jetzt im Allerwertesten gemerkt haben – Muskelkater!). Bis zu einer Wetterstation ging der Ausritt und dann wieder zurück zur Farm. Dank Sonnenschein war es angenehm warm und so konnten den Ritt vollumfänglich geniessen.

 

Unsere beiden Reitprofis waren sehr nett und geduldig. Sie erklärten uns alles über die Farm, beantworteten jede Frage und das Gespräch war sehr angenehm. Wir waren auch nur zu zweit auf dem Ausritt, was bei grösseren Anbietern bestimmt nicht der Fall ist. Uns wurde erklärt, wie die Pferde gehalten werden und dass jedes Pferd nie mehr als einmal am Tag ausreitet. Wir sahen, wie sie mit ihnen umgingen und wie sie zu den die Charaktere der unterschiedlichen Pferden beschreiben konnten. Als Tierliebhaber ist das wirklich der perfekte Ort und man kann sicher sein, dass es den Pferden dort gut geht.

 

Alles in allem waren es perfekte Stunden und wir empfehlen diese Pferdefarm von Herzen. Wir würden sofort wieder dort buchen. 

Alles in Kürze

Wo: Helluland

Anbieter: Iceland Horse Tours

Dauer: 1 ½ Stunden

Preis: 7000 Kronen (ca. 62 Franken)

Mitnehmen: Warme, wetterfeste Kleidung

Das bekommst du vor Ort: Helm, ein Pferd :-)


In den letzten Tagen hier in Island werden wir zu den Westfjorden fahren. Eine Tour oder ähnliches ist nicht geplant, aber wer weiss, was uns über den Weg läuft?

 

Welche Tour ist dir besonders in Erinnerung? Gibt es ein spezielles Erlebnis, von dem du erzählen kannst? Schreib es in die Kommentare!

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RoSa On Tour

das sind Robin und Sarah aus der Schweiz :-)